Publikum trifft Musiker

Unsere Reihe „Publikum trifft Musiker“, in dieser Spielzeit immer nach den Sinfoniekonzerten am Montag, im Foyer der Händelhalle verfolgt das Ziel, den Abstand zwischen den Musikern und dem Publikum zu verringern. Diese Veranstaltungen finden zunehmenden Zuspruch.

Forum „Publikum trifft Musiker“ nach dem Montagskonzert am 12. Dez. 2011

Wir erlebten wieder ein faszinierendes Sinfoniekonzert, das mich zu dem spontanen Ausspruch veranlasste: „Was haben doch für eine wunderbare Staatskapelle“. Die Musikerinnen und Musiker, die im Violinkonzert op. 63 von Sergej Prokofjew die Solistin Katrin Scholz begleiteten, steigerten sich unter der Leitung von Michael Sanderling bei dem durch Arnold Schönberg bearbeiteten Klavierkonzert op. 25 von Johannes Brahms zu wahrer Höchstleistung. Wenn doch an derartigen musikalischen Erlebnissen, dargeboten von unserer Staatskapelle, häufiger Entscheidungsträger zu sehen wären, damit sie selber erfahren können, welchen Schatz wir im Land Sachsen-Anhalt mit diesem Orchester besitzen und es lohnt, sich für dessen Erhalt, möglichst wieder als ein Landesorchester, in seiner heutigen Größe, einzusetzen.
Nach dem Konzert waren die Mitglieder des Quintetts „momento musicale“ im Forum „Publikum trifft Musiker“, Frau Dorothee Stromberg und Herr Andreas Tränkner Violine, Herr Michael Clauß Viola, Herr Hans-Jörg Pohl Violoncello und Herr Steffen Slowik Kontrabass, unsere Gäste. Sie erfreuten uns zu Beginn mit einem Deutschen Tanz von Franz Schubert. Im Gespräch erfuhren wir, dass der Name des Quintetts auf den freudigen Moment des Musizierens und Hörens, wie wir ihn auch bei dem Konzert erlebten, aufmerksam machen will. Das Quintett ist ein privat musizierendes Ensemble mit inzwischen einer weiten Ausstrahlung auch über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus mit anerkennenden Besprechungen, von denen man, wie auch sonst von Auftritten der Ensembles der GmbH außerhalb von Halle, in der örtlichen Presse nichts erfährt. Als Intermezzo hörten wir ein Stück von Joseph Haydn und dann auf die Frage nach den ständig zunehmenden Tempi, erfuhren wir, dass es sich wohl um eine, dem allgemeinen und ständig steigenden Geschwindigkeitstrend folgende, modische Zeiterscheinung handelt, die auch wieder in das Gegenteil umschlagen kann. Als weihnachtliche Zugabe hörten wir zum Abschluss aus dem zweiten Teil des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach den Choral:

Seht hin! dort liegt im finstern Stall, des Herrschaft gehet überall.
Da Speise vormals sucht ein Rind, da ruhet jetzt der Jungfraun Kind.

Der Abend klang aus mit einem Dank an die Mitglieder des Quintetts und mit guten Wünschen an alle Anwesenden für ein frohes Feiern des Weihnachtsfestes, zum Wechsel der Jahre und für einen zuversichtlichen Eintritt in ein hoffentlich wieder friedliches 2012. Dieses wünschen wir auch allen, die unsere Seite hier öffnen.

Das nächste Forum findet nach dem Montagskonzert am 20. Februar 2012 statt, Wahrscheinlich werden sich an diesem Abend die Träger des von uns ausgeschriebenen Förderpreises für Studierende des Institutes für Musik der MLU vorstellen und uns auch Beispiele ihres Könnens geben.

Gotthard Voß
Vorstandsvorsitzender

Forum „Publikum trifft Musiker“ nach dem Montagskonzert am 14.Nov. 2011

Neben der wohlklingenden Musik prägte auch Nachdenkliches in Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“, vertont von Gustav Mahler – zum 100. Todestag aufgeführt – und in den „Les Preludes“ Sinfonische Dichtungen Nr.3 von Franz Liszt – zu Ehren seines 200. Geburtstages – das Programm des 2.Sinfoniekonzertes am Volkstrauertag und unmittelbar danach. Einige der Lieder vermittelten entgegen aller grausamen Realität des Krieges die Vorstellung von fröhlichen, mit Trallali, Trallaley und Trallalera bis in den Tod marschierenden Soldaten und bei Liszts „Les Preludes“ wurde für die älteren Zuhörer, auch mit einem Schauer, die Braune Zeit hörbar. Das Nachdenken führte mich zur Dankbarkeit für unsere heutige friedliche Zeit, in der uns diese Melodien nicht mehr das Fürchten lehren können.
Nach dem Montagskonzert hatte die Freundesgesellschaft wieder zum Forum „Publikum trifft Musiker“ ins Foyer eingeladen. Der Dirigent der Staatskapelle, Herr Hans Rotman, der für die Konzertreihe „Kontraste“, die Kinder-, Jugend- und Familienkonzerte verantwortlich ist, war unser Gesprächspartner. In Rotterdam geboren studierte er in Utrecht und später in Zwolle Violine und Dirigieren und hatte die Gelegenheit, bei Lenard Bernstein in Boston und mit Kurt Masur in Weimar seine Studien zu vertiefen. Nach 1990 hatte Hans Rotman verschiedene Verpflichtungen in Thüringen und beim Preußischen Kammerorchester Brandenburg. Seit 2004 ist Rotman bei unserem Orchester, der Staatskapelle Halle, beschäftigt. Ihm ist es mit seinen ausgewiesen großen Fachkenntnissen ein vordringliches Anliegen, Neue Musik nicht nur hörbar, sondern auch verständlich zu machen. Dabei greift er auf Erfahrungen aus Holland und anderer Dirigenten, z.B. Lenard Bernstein, zurück, im Konzert die aufgeführten Musikstücke dem Publikum zu erläutern. Eine Kostprobe seiner gewinnenden Art hat er uns während des Forums, unterstützt vom in das Foyer transportierten Klavier, gegeben und sehr lebendig in Kurzfassung in die Geschichte der Neuen Musik eingeführt.
Zu einem Schwerpunkt außerhalb der Staatskapelle ist für Hans Rotmann sein Wirken als Intendant des Festivals IMPULS für Neue Musik in Sachsen-Anhalt geworden. Bei den bisher schon 4 Mal veranstalteten Musikfesten ist es ihm gelungen, alle Orchester unseres Bundeslandes mit ihren Dirigenten aktiv einzubinden und damit in finanziell schwieriger Zeit ihre Bedeutung für das Musikland Sachsen-Anhalt zu bekräftigen. Auch junge Menschen konnte es zur Mitwirkung gewinnen.Die steigenden Besucherzahlen legen Zeugnis vom Erfolg dieser Initiative ab und lassen uns auf eine Fortsetzung des Festivals wie überhaupt für das Wirken von Hans Rotman in Halle hoffen, um der Neuen Musik im Konzertleben unserer Stadt immer mehr Raum zu geben.
Das nächste Forum findet statt nach dem Montagskonzert am 12. Dezember. Unsere Gäste werden die Mitglieder des Quintetts Memento Musikale sein und uns auch eine Kostprobe, darin vielleicht auch etwas Weihnachtliches, zu Gehör bringen.

Gotthard Voß
Vorstandsvorsitzender

„Publikum trifft Musiker“, Forum am 3. Oktober 2011

Die Spielzeit 2011/2012 ist in vollem Gange. Am 2. und 3. Oktober erlebten wir in der wieder voll besetzten Händelhalle großartige Konzerte. Zunächst spielte der inzwischen weltberühmte Pianist Martin Stadtfeld begleitet von unserer Staatskapelle unter der Leitung von GMD Karl-Heinz Steffens das Klavierkonzert No.1 von Johannes Brahms. Zu einem weiteren Höhepunkt wurde die Aufführung der 7.Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Herr Steffens motivierte die Musiker zu einer wunderbaren Interpretation dieses Werkes. Die beider Konzerte waren ein sehr gelungener Beginn der Reihe der Sinfoniekonzerte, die uns auf schöne Musikerlebnisse hoffen lässt.
Auch in dieser Spielzeit lädt die Freundesgesellschaft immer nach den Montagskonzerten zum Forum „Publikum trifft Musiker“ in das Foyer ein. Den Anfang machte am Montag, den 3.Oktober, der Solist des Abends, Herr Martin Stadtfeld. Er zeigte sich zunächst beeindruckt vom Orchester und der sensiblen Zusammenarbeit und erzählte dann über die Begeisterung für das Klavierspiel schon von Kind an. Seine ausgeprägte Begabung zeigte sich bei ersten öffentlichen Auftritten mit 9 Jahren und befähigte ihn, schon mit 14 Jahren eine Sonderausbildung an der Musikhochschule Frankfurt am Main zu beginnen. Der Bachwettbewerb 2002 in Leipzig, bei dem er den seit 14 Jahren zum ersten Mal wieder vergebenen 1.Preis bekam, wurde für ihn zu einem Höhepunkt in der Reihe seiner Wettbewerbserfolge und der Beginn einer stetig ansteigenden Solistenlaufbahn. Durch das begeisterte Publikum wurde aus dem Wettstreit ein unvergessliches Konzerterlebnis. Seine Vorliebe gilt den Werken Johann Sebastian Bachs, bei deren Darbietung in den östlichen Bundesländern er stets eine ganz eigene Anteilnahme der Zuhörer empfindet.
Wieder hat dieser Kontakt während unseres Forums gezeigt, wie wichtig es ist, einen Musiker neben der künstlerischen Leistung, unabhängig von seiner Bedeutung, im unmittelbaren Gegenüber auch als Menschen zu erleben. Es lohnt also, bei diesen Veranstaltungen und Live-Begegnungen dabei zu sein.
Am Montag den 14. November, wird der Dirigent der Staatskapelle, Herr Hans Rotman, der Leiter der Reihen für Neue Musik und der Kinder- und Jugendkonzerte unser Gesprächspartner sein.

Gotthard Voß
Vorstandsvorsitzender

„Publikum trifft Musiker“, Forum am 20. Juni 2011

Am Sonntag, den 19. und Montag, den 20. Juni, ging mit zwei großartigen Konzerten, bezogen auf die Anzahl der Musikerinnen und Musiker und auf die dargebotenen Werke, in der wieder gut gefüllten Händel-Halle die Konzertsaison 2010/2011 zu Ende, wenn auch die Staatskapelle am Freitag, den 24. Juni noch einmal zum Picknick-Konzert auf der Peißnitz zu hören sein wird. Wir wurden gleichsam in die Sommerferien entlassen zu Beginn des Konzertes mit dem Stück „La Mer“ von Claude Debussy und zum Abschluss mit der „Alpensinfonie“ von Richard Strauss.
Im anschließenden Forum „Publikum trifft Musiker“ konnten wir zunächst aus dem Stadtrat Frau Dr. Annegret Bergner, die Vorsitzende des Kulturausschusses begrüßen., die sich von der Leistung der Staatskapelle beeindruckt zeigte.
Als weitere Gäste hatte ich drei Mitarbeiter aus dem Hintergrund vor das Publikum gebeten, um ihnen in diesem Rahmen für Ihre kontinuierliche und unauffällige Arbeit im Namen des Publikums zu danken. Frau Hannelore Panse ist an der Kasse über viele Jahre erster Ansprechpartnerin für die Konzertbesucher. Sie hält den zumeist sehr persönlichen Kontakt zu den Abonnenten und wird mit ihrer gewinnenden Ausstrahlung wie zu einer Mut machenden Einladung ins Konzert. Herr Wolfgang Groß wurde am Endes des Konzertes mit anderen Musikern aus dem Orchester verabschiedet. Er hatte nach 5 Jahren noch einmal als Trompeter mitgewirkt. Seine Arbeitsaufgabe war zuletzt die eines Orchesterinspektors in der Verwaltung. Ihm oblag es, den Einsatz aller Musikerinnen und Musiker zu koordinieren. Die ihm angeborene Ruhe war ihm dabei sicher eine wichtige Hilfe. Herr Michael Gerber verantwortet mit seiner Gruppe der Orchesterwarte auf dem Podium den technischen Ablauf des Konzertes. Das letzte mit der großen Besetzung gab uns eine Vorstellung von dem, das zur Vor- und Nachbereitung mit dem An- und Abtransport zu leisten ist.
Unser Hauptgast und Gesprächspartner war zum Ende der Spielzeit Herr Generalmusikdirektor Karl-Heinz Steffens. Von Ihm erfuhren wir wieder Wichtiges über die aufgeführten Werke, z.B. zu dem Stück „Atmosphères“ von György Ligeti und aus seinem bewegten Dirigentenalltag. Uns wurde deutlich, wie viel Freude Ihm das Musizieren und das Gestalten desselben macht. Bei seinem Rückblick auf die Spielzeit hat sich Herr Steffens sehr anerkennend über die gewachsene musikalische Qualität des Orchesters und über die angenehme Zusammenarbeit geäußert. Die altersbedingte Verabschiedung von Musikerinnen und Musikern sieht er mit Sorge, denn die dadurch entstehenden Lücken können nicht mit jüngeren Nachwuchskräften wieder geschlossen werden. Dennoch freuen wir uns auf schöne Konzerte während der neuen Spielzeit 2011/2012, in der unser Forum „Publikum trifft Musiker“ seinen festen Platz immer nach den Montagskonzerten behalten wird.
Wir wünschen den Lesern dieser Internetseite einen erholsamen Sommer

Gotthard Voß
Vorstandsvorsitzender

Foto: Karl-Heinz Poser
deco Während der Aufführung der Alpensinfonie
Foto: Karl-Heinz Poser
deco v.l.n.r.: Herr Michael Gerber, Herr Wolfgang Groß, Generalmusikdirektor Karl-Heinz Steffens, Frau Hannelore Panse, Herr Gotthard Voß
Foto: Karl-Heinz Poser
deco

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Forum nach dem Sinfoniekonzert am Montag, den 23. Mai 2011

War das wieder eine Freude, die Sinfoniekonzerte am 22. und 23. Mai in der gut gefüllten Gerog-Friedrich-Händel HALLE zu erleben! Dmitri Schostakowitsch stand auf dem Programm. Seine Suite nach Gedichten von Michelangelo Buonarroti wurde mit der sicher aufspielenden Staatskapelle, geführt von GMD Karl-Heinz Steffens und dem Bassisten Robert Holl zu einem 1. Höhepunkt des Abends. Wüsste man nicht, dass er aus Rotterdam stammt, könnte man annehmen, einen echten Russen von der Wolga zu hören. Die anschließende 15. Sinfonie, die letzte von Schostakowitsch, stellte an viele der Musiker hohe solistische Anforderungen, die auch Stolz auf unser Orchester aufkommen ließen.
Zu einem weiteren Höhepunkt wurde die persönliche Begegnung mit Robert Holl in unserem Forum, zu dem die Freundesgesellschaft wie stets nach den Montagskonzerten eingeladen hatte. Sehr freigebig berichtete Herr Holl von seinem musikalischen Werdegang in seiner Heimatstadt Rotterdam, der ihn schon früh durch eine Lehrerin mit russischem Liedgut und auch der Sprache in Verbindung brachte. Nachdem er viele Jahre als Oratorien- und Konzertsänger aufgetreten war – er wird als „unangefochtener Liederkönig unter den Bassisten der Gegenwart“ von der Presse beschrieben – ist Robert Holl auch in vielen europäischen Operhäusern vor allem in Wagnerpartien zu erleben. Hier bezeichnet ihn die Kritik als einen „der wichtigsten Wagnersänger unserer Tage“. Und diese Persönlichkeit durften wir hier erleben, was wir Herrn Steffens zu verdanken haben. Zum Abschluss konnten wir Herrn Holl noch dazu gewinnen, uns mit einem Lied von Modest Mussorgskij zu erfreuen. Dabei wurde die Ausdruckstärke seiner Stimme noch einmal in besonderer Weise deutlich und somit der Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Das nächste und damit auch letzte Forum dieser Spielzeit findet nach dem Montagskonzert am 20. Juni statt. Herr Steffens, der das Konzert leitet, wird unser Gesprächsgast sein, mit uns Bilanz ziehen und einen Ausblick auf das, was uns erwartet, geben.

Gotthard Voß
Vorstandsvorsitzender

Foto: Karl-Heinz Poser
deco Im Gespräch mit Robert Holl

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Der Jahrespreis für Einzelpersonen beträgt 28 €, für Ehepaare 40 € und 70 € für Firmen.

Ihr Kommen lohnt sich wie immer.

Herzlich grüßt Sie
Gotthard Voß
Vorstandsvorsitzender

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